Eltern möchten nicht abklären - was nun?
- Thomas Richter, Institutsleiter

- 16. Jan.
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 13. Apr.

Meine zwei wichtigsten Ideen
Du kennst das: Du siehst, dass ein Kind dringend Unterstützung braucht. Du empfiehlst den Eltern eine Abklärung beim SPD oder KJP – und triffst auf eine Mauer.
Ich unterstütze seit 25 Jahren Schulen in schwierigen Situationen. In dieser Zeit habe ich unzählige solcher Gespräche geführt und begleitet. Zwei Strategien haben sich dabei als besonders wirksam erwiesen.
Idee 1: Alle Wege auf den Tisch legen – wortwörtlich
Der grösste Fehler, den wir machen können? Einen konkreten Vorschlag machen und dann dafür kämpfen.
Sobald wir eine Lösung präsentieren, entsteht eine Dynamik von "Angriff und Verteidigung". Die Eltern fühlen sich in die Ecke gedrängt – und wehren sich. Gut gemeinte Argumente werden gar nicht mehr gehört.
Was stattdessen funktioniert:
Schreib alle denkbaren Optionen auf Papierstreifen und leg sie physisch auf den Tisch: Nichts tun. Strenger werden und sanktionieren. Therapie x. Abklären und gezielt helfen. Frag die Eltern: "Welche weiteren Möglichkeiten sehen Sie?" – und schreib auch diese auf.
Wichtig: In dieser Phase gibt es keinen Entscheidungsdruck. Die Eltern können in aller Ruhe gemeinsam mit der Lehrperson die Vor- und Nachteile jedes einzelnen Weges besprechen.
Das Entscheidende passiert genau jetzt: Die Lehrperson hört aufmerksam zu und erfährt so exakt, was den Eltern wichtig ist – und was sie von einer Abklärung abhält.
Erst jetzt zeigt die Lehrperson auf, welchen Weg sie bevorzugen würde. Und hier liegt der Schlüssel: Sie baut ihre Argumente genau auf dem auf, was sie soeben von den Eltern gehört hat.
Das ist kein Trick. Es ist echtes Zuhören auf Augenhöhe – und die Eltern spüren das.
Diese Strategie stammt aus der SIG-Plattform. Dort findest du für jede Herausforderung im Schulalltag – ob mit Kindern, Klassen oder Eltern – sofort umsetzbare Ideen. Unser KI-Tool hilft dir, in Sekunden genau die Lösung zu finden, die zu deiner Situation passt.
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Idee 2: Die Worst-Case-Frage stellen
Manchmal kommst du einfach nicht an die wahren Sorgen heran. Die Eltern nennen rationale Argumente – "keine Zeit", "bringt nichts" – aber du spürst: Da steckt mehr dahinter.
Dann frag direkt:
"Stellen wir uns einmal vor, Sie würden dieser Abklärung zustimmen. Was wäre das absolut Schlimmste, das Ihrer Befürchtung nach passieren könnte?"
Diese Frage wirkt. Erfahrungsgemäss nennen Eltern hier direkt ihre tiefste Angst – und die kannst du dann gezielt entkräften.
Frag danach nach dem Best-Case: "Und was wäre das Beste, das passieren könnte?"
So lenkst du den Blick von der Angst auf die Möglichkeiten.
Schwierige Eltern sind nur eine von vielen Herausforderungen
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Freundliche Grüsse
Thomas Richter, Institutsleiter SIG
Kontakt:
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